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Soziologie

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Soziologie Artikel

Die Soziologie ist eine der Sozialwissenschaften, anspruchsvoller: die Wissenschaft vom Sozialen schlechthin. Sie dient der Erforschung des Zusammenlebens in Gemeinschaften und Gesellschaften.

Die Soziologie fragt nachdem Sinn und den Strukturen des sozialen Handelns, der sozialen Gebilde (bzw. Systeme) und welchem sozialen Wandel diese unterliegen. Dabei wird häufig zwischen dem Blick auf Gesellschaften (Makrosoziologie) und dem Blick auf das Verhältnis von sozialen Akteuren (Personen) und sozialen Systemen, Institutionen u.s.f. (Mikrosoziologie) unterschieden.

Das bedeutet in der Zitierung von Max Webers Definition einer verstehenden und zugleich erklärenden Soziologie (§ 1, Wirtschaft und Gesellschaft): Soziologie ist "eine Wissenschaft, welche soziales Handeln deutend verstehen und dadurch in seinem Ablauf und seinen Wirkungen ursächlich erklären will". Um eine der Soziologie angemessene Methodik wurde seit den Anfängen der Disziplin in dem so genannten Methodenstreit gerungen.

Themen, mit denen sich die Soziologie beschäftigt, sind z.B. Arbeit, Migration, Geschlechterforschung, soziale Netzwerke, Sexualität, Alltag und Lebenswelt etc.

Eine Übersicht zur Soziologie findet sich unter Portal_Soziologie.

Inhaltsverzeichnis
Buch-Tipp: Asterix: Asterix Geb, Bd.12, Asterix bei den olympischen Spielen: Bd 12 Schlachtenbummler, Doping und ein alter Lustmolch. . . Wenn die Gallier das größte Sportereignis der Antike aufmischen, brennt der Busch; vor allem, wenn deutlich wird, dass bereits zu jener Zeit mit jenen Problemen der Publicity gekämpft wurde, die einem heutzutage die Freude an sportlichen Grossveranstaltungen madig machen können. Sei es der...

Geschichte

Soziologie ist eine relativ junge Wissenschaft, die sich auf Grund der Entwicklung der bürgerlichen Gesellschaft in dem Europa des 19. Jahrhunderts herausbildete. Das Wort ist eine von Auguste Comte geprägte Zusammensetzung aus dem lateinischen socius (gemeinsam) und dem griechischen lógos (Wort, Wahrheit, Wissenschaft). Doch haben auch ältere Autoren Werke stark soziologischen Charakters geschrieben ( z. B. Xenophón, Polýbios, Ibn Khaldun, Giambattista Vico und mehr). Karl Marx wird heute ebenfalls als soziologischer Klassiker verstanden, was stärker noch auf Friedrich Engels zutrifft, der mit "Die Lage der arbeitenden Klassen in England" schon um 1844 eine wichtige, wenngleich wertende soziologische Studie vorlegte.

Als Begründer der deutschen Soziologie gelten Ferdinand Tönnies (Gemeinschaft und Gesellschaft, 1887), Georg Simmel und Max Weber. 1909 wurde die Deutsche Gesellschaft für Soziologie gegründet. Diese erste ordentliche Soziologie-Professur Deutschlands hatte 1919 Franz Oppenheimer inne.

Heute (2004) lassen sich mehrere große Ansätze in der deutschsprachigen Soziologie unterscheiden. Einflussreich sind zu dem einen Vertreter/innen eines Rational Choice-Ansatzes, ein bekannter Vertreter dieser Richtung ist Esser ; zwei weitere einflussreiche Denkrichtungen sind zu dem einen die Kritische Theorie und zu dem anderen die Systemtheorie, fußend auf Parsons und insbesondere in dem deutschsprachigen Raum auf Luhmann; ein vierter wichtiger Ansatz zeitgenössischer deutschsprachiger Soziologie sind - grob umrissen - interpretativ und qualitativ-rekonstruktiv ausgerichtete Arbeiten (von Walter L. Bühl 2003 zu dem Paradigma einer neuen "Historischen Soziologie" zugespitzt). Aber das sind beileibe nicht die einzigen.

Denn das Vorwalten (der institutionelle Erfolg) einer soziologischen Theorierichtung ist nicht ca. von ihrer intellektuellen Tüchtigkeit und geistigen Bedeutung abhängig, sondern (wissenschaftssoziologisch gesehen) durchaus auch vom Markt für soziologische Forschungsergebnisse und von der Liberalität politischer Machthaber. Hier wird am meisten in den Bereichen der Wahl- und Marktforschung verdient, was die Entwicklung der quantitativen Methoden und der an die Naturwissenschaften angelehnten Theorieansätze relativ begünstigt: Sie sind eher finanzierbar. Auch Diktaturen dulden diese Richtungen eher, denn sie haben vor allem vor einer qualitativ forschenden, die Mentalität der Bevölkerung berücksichtigenden Soziologie Angst.

Lehrstühle der Soziologie an deutschen Universitäten waren bis in die 1960er Jahre selten, erfuhren in der Bundesrepublik dann dank der 1967er Umbruchzeit einen relativ starken (und nicht stets segensreichen) Zuwachs, der erst wieder in den neuen Ländern (wo die DDR die Soziologie bis dahin massiv angefeindet hatte) noch eine Nachblüte hatte. Seit den 1990er Jahren werden sie von den budgetmäßig notleidenden deutschen Ländern wieder stark verringert, meist unangebracht ad hoc, wenn ca. irgendein/e Lehrstuhlinhaber/in in den Ruhestand geht.

Die Deutsche Gesellschaft für Soziologie (siehe dort) wurde bereits 1909 gegründet und hat gegenwärtig etwa 1400 Mitglieder. 1993 hat sie für das Fach einen Ethikkodex initiiert.

Buch-Tipp: Das Harvard - Konzept. Klassiker der Verhandlungstechnik Der Klassiker - lesenswert mit Ergänzungsbedarf Der Klassiker auf dem Gebiet der Verhandlungsführung. Fisher, Ury und Patton haben in diesem Buch eine Menge "gesunden Menschenverstand" pragmatisch und sofort anwendbar zusammengefasst. Die "schwierigen Gefühle" kommen etwas zu kurz, aber sonst ist dieses Werk sehr interessant und anregend.

Thematische Gliederung der Soziologie

Mikrosoziologie (Individuum, Interaktion, Handeln)

Buch-Tipp: Das kleine Blau und das kleine Gelb (Bilderbücher) Zwei Kinder aus Buntpapier Dieses Buch kauft man nicht wegen der (zugegebenermaßen etwas banalen) Handlung, sondern wegen der Gestaltung. Die Kinder werden durch zwei Farbflecken dargestellt, die wie aus Buntpapier ausgerissen erscheinen. Die Ränder der Fleck sind Unregelmäßig ohne unruhig zu wirken. Bereits mein vier Monate alter Sohn kann...

Makrosoziologie (Kollektiv, Gesellschaft, System, Struktur)

Buch-Tipp: Der Gallische Krieg. Die deutsche Übersetzung der Bücher I bis VI Ein Muss für jeden Lateinschüler und die Lateinsüchtigen Dieses Buch ist ein wahres Meisterwerk, was Übersetzung und Übersichtlichkeit angeht. Es sind häufig mehrere Möglichkeiten geboten. Sowohl die wortgetreue, als auch die etwas, häufig besser zu verstehende Übersetzung. In Verbindung mit dem Original (in lateinisch) ist dieses Buch eine optimale...

Soziologische Methoden

Buch-Tipp: Der Zauberer von Oz (Dressler Klassiker) SO liest man vor. . . Die Geschichte, wiewohl ab und zu etwas widersprüchlich (Käferchen unZiellich zertreten: Katastrophe! 40 Wölfe abmurksen: kein Problem!), ist und bleibt etwas Besonderes (vielleicht ist es nicht zu hoch gegriffen, sie als "das" amerikanische Märchen zu nennen). Das Wunder dieses Hörbuches ist allerdings Senta Bergers...

Allgemeine und spezielle Soziologien

Die Themenbereiche der Soziologie lassen sich auch danach unterscheiden, ob sie der allgemeinen Soziologie oder speziellen Soziologien zuzurechnen sind:

Buch-Tipp: Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk, 3 Audio-CDs Einfach großartig! Helmut Qualtinger, dem großen Genie der Sprache, zuzuhören wie er aus dem satirischen Roman von Jaroslav Hasek vorliest, ist ein herrlicher Genuss. Das Buch ist ja um ein Vielfaches tiefgründiger und hintersinniger als die "netten" Verfilmungen mit Heinz Rühmann und Peter Alexander einem nahelegen. Es ist ein Bilderbogen des...

Allgemeine Soziologie

Der allgemeinen Soziologie werden die für das Fach wichtigen theoretischen Ansätze und auch Sachgebiete wie das Verhältnis von Akteur und Gesellschaft bzw. Person und sozialem System, sowie die Struktur und der Wandel von Gesellschaften/sozialen Systemen zugerechnet.

Themen der allgemeinen Soziologie sind u.a. soziales Handeln und soziale Beziehung, soziale Ungleichheit, Gruppen , Sozialisation, sozialer Wandel, Soziale Mobilität, Methoden der Forschung , soziale Rollen, Tausch, Klasse, Elite, Macht und Herrschaft etc.

Buch-Tipp: Die Klassiker-Hörbibliothek. 15 ausgewählte Werke der Weltliteratur. 30 CDs Hervorragende kleine Bibliothek Was für eine geniale Idee! Ein solcher "Streifzug" durch die Klassiker der Weltliteratur, handlich komprimiert auf 30 CDs - darauf hätte schon längst einer kommen können! Speziell geeignet für Leute, die viel unterwegs sind und häufig diesen "Das wollte ich schon längst/immer schon mal lesen"-Gedanken in dem Kopf wälzen,...

Spezielle Soziologien

Spezielle Soziologien - auch Bindestrichsoziologien genannt - beschäftigen sich mit den Strukturen und Prozessen gesellschaftlicher Teilsysteme oder institutioneller Bereiche. Zu den speziellen Soziologien zählen (s. a. die Sektionen der DGS) unter anderem folgende Gebiete:

A Agrarsoziologie, Alterssoziologie (Soziologie des Alter(n)s), Arbeitssoziologie, Architektursoziologie
B Berufssoziologie , Betriebssoziologie , Bildungssoziologie
E Entwicklungssoziologie, Erziehungssoziologie , Ethnosoziologie
F Familiensoziologie, Frauenforschung
G Geschlechterforschung, Gender Studies
I Industriesoziologie
J Jugendsoziologie
K Katastrophensoziologie, ("Kindheitssoziologie" s. u. unter "S"), Kommunikationssoziologie , Kultursoziologie, Kunstsoziologie
L Literatursoziologie
M Maritime Soziologie , Mediensoziologie ,Medizinsoziologie,Migrationssoziologie, Militärsoziologie , Musiksoziologie
O Organisationssoziologie
P Politische Soziologie (Politiksoziologie), Polizeisoziologie
R Rechtssoziologie,Regionalsoziologie ,Religionssoziologie
S Soziologie der Kindheit , Soziologie der Sexualität , Sportsoziologie ,Sprachsoziologie , Staatssoziologie , Stadtsoziologie
T Techniksoziologie
U Umweltsoziologie
V Verkehrssoziologie
W Wirtschaftssoziologie , Wissenschaftssoziologie, Wissenssoziologie

Durch die zunehmende Differenzierung auch der Soziologie selbst bilden sich laufend weitere spezielle Soziologien.

Buch-Tipp: Die Memoiren der Fanny Hill. Klassiker der erotischen Weltliteratur sehr ausführliche sexszenen Wer in einem Roman mehr Geschichte und weniger Sex haben möchte, der sollte "Fanny Hill" nicht lesen. Mir baer hat es gefallen. Die Sprache ist altertümlich gehalten, was zu Beginn etwas den lesefluss trübte, aber es passt, denn es gehört in diese Zeit. "Die Memoiren der Fanny Hill" sind ein Briefroman, im die...

Verweise

Buch-Tipp: Die Schildbürger (Dressler Klassiker) Ein Muss! Die Schildbürger gehören nicht ca. zu dem deutschen Sagenschatz, sie gehören auch zu dem Kinderliteraturkanon - durch die Fassung von Erich Kästner, die für Kinder und Erwachsenen Mal um Mal des Lesens und Vorlesens eine wunderbare Lesefreude sind. In großer Schrift und mit guten Illustrationen ist das Buch aus der Reihe Dressler Klassiker...

Weblinks

Buch-Tipp: Die echte italienische Küche cucina italiana e regionale Dieses Buch habe ich kürzlich als Geschenk für einen Freund gekauft. Natürlich habe ich es durchgesehen und auch gelesen. Es ist für alle, die die "richtige" italienische Küche lieben, sehr, sehr empfehlenswert. Es hat sehr schöne Bilder und fantastische Rezepte, die den unterschiedlichen italienischen Regionen...

Bücher

  • Abels, Heinz - Einführung in die Soziologie; Wiesbaden 2001
In zwei Bänden wird in kleinen Textauszügen in soziologisches Denken, mit deren Problemen und Begriffen für jeden Interessierten und Erstsemestler eingeführt. Jedes Kapitel dreht sich um einen soziologischen Begriff und baut auf den vorgehenden auf. Auch werden verschiedene Gedankegebäude stets wiederholt. Es ist daher gerade für Erstsemestler ein passendes Grundlagenbuch.
  • Endruweit, Günter / Trommsdorff, Gisela (Hgg.) - Wörterbuch der Soziologie; 2. Aufl., Stuttgart 2002
Eine kundige und zur Zeit (2004) auch die neueste Übersicht in dem Handbuch-Charakter mit zahlreichen Mitarbeiter/inne/n. Doch bleiben auch die anderen erhältlichen soziologischen Wörterbücher empfehlenswert.
  • Kaesler, Dirk (Hg.) - Klassiker der Soziologie; München 2000; C.H. Beck Verlag
Wiederum in zwei Bänden zeigt eine jüngere Generation von Soziologen, in dem Rahmen von jeweils 20 Seiten, wer die Klassiker sind. Einunddreißig von ihnen werden erstens in ihrem Leben und dem zeitgenössischen Kontext, zweitens in ihrem Werk und deren wichtigsten Begriffen und drittens in ihrer Wirkung auf das zeitgenössisches soziologisches Denken und auf die gegenwärtige internationale Soziologie dargestellt. Diese beiden Bände helfen, die Klassiker kurz zu rekapitulieren und in eine Geschichte zu verorten.


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